Studie: Januskinase-Hemmer gegen den Haarausfall 5/5 (5)

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Forscher am Columbia University Medical Center scheinen einen Weg gefunden zu haben, Haarausfall zu heilen. Offenbar haben die getesteten Medikament das Zeug dazu, schnelles und robustes Haarwachstum wiederherzustellen, indem eine Reihe von Enzymen innerhalb der Haarfollikel gehemmt werden.

Bei den Experimenten an Mäusen und menschlichen Haarfollikeln in der Petrischale, haben Angela M. Christiano vom Columbia University Medical Center und ihre Kollegen festgestellt, dass Medikamente, die sog. Januskinase (JAK) Enzyme hemmen, schnelles und robustes Haarwachstum bewirken können, wenn sie direkt auf die Haut aufgetragen werden.

Hintergrund:

Januskinasen lassen sich durch sogenannte Januskinasen-Inhibitoren hemmen.  Zu dieser Stoffgruppe gehören die Substanzen Ruxolitinib und Tofacitinib. Auf Grundlage der neuen Studie ergibt sich die Möglichkeit, Präparate die schon heute als JAK-Inhibitoren bekannt sind, auch als Haarwachstumsstimulanz anzuwenden. Für zwei der verwendeten JAK-Inhibitoren liegen bereits Zulassungen von der US Food and Drug Administration (FDA) vor. Beide Mittel sind in klinischen Versuchen für die Behandlung von Schuppenflechte und alopezie areata getestet worden.

Ruxolitinib ist ein Medikament, das gegen Blut- und Knochenkrebs eingesetzt wurde. Dieses Arzneimittel ist ein schweres Geschütz. Zu den teils massiven „Nebenwirkungen“ gehörte auch, dass der kreisrunde Haarausfall bei manchen Patienten gemindert oder geheilt werden konnte.

Tofacitinib wird gegen rheumatoide Arthritis eingesetzt. Auch Tofacitinib ist ein Medikament mit sehr starken Nebenwirkungen, das aber bewirken kann, dass sich bei kreisrundem Haarausfall kahle Stellen wieder komplett schließen.

Bloß dumm, dass beide Mittel erhebliche Nebenwirkungen haben, was eine regelmßige Einnahme praktisch ausschließt… Die Frage war nun, ob sich bei äußerlicher Anwendung die gleichen Effekte, aber ohne Nebenwirkung erzielen ließen.

 

Experiment:

Im Verlauf der Experimente bemerkte Dr. Christiano dass Mäusen auch dann deutlich mehr Haare wuchsen, wenn die Arzneimittel auf die Haut gegeben wurde. Bei Verebreichung mit dem Futter war das ja schon nachgewiesen. Bei Mäusen, die nur fünf Tage äußerlich mit einem der Mittel behandelt wurden, keimte neues Haar innerhalb von weiteren 10 Tagen. Das Haarwachstum wurde immens beschleunigt.

Christiano und ihre Kollegen entdeckten die Wirkung der JAK-Inhibitoren auf die Haarfollikel, als sie den als „alopecia areata“ bekannten Haarausfall studierten. Dieser wird durch eine Autoimmunangriff auf die Haarfollikel verursacht. Sie berichteten schon im letzten Jahr, dass JAK-Inhibitoren das Zeug dazu haben, das Signal abzuschalten, das den Autoimmunangriff provoziert. Nun wurde bei den Mäusexperimenten herausgefunden, dass dass das Medikament auch bei topischer Verabreichung (also auf die Haut) wirkte. Zudem wirkte es besser und stärker als wenn es eingenommen wurde. Dies legte nahe, dass JAK-Inhibitoren auch eine direkte Wirkung auf die Haarfollikel haben.

 

Fazit:

Es wurde entdeckt, dass JAK-Inhibitoren ruhenden Follikel aus dem Schlaf wecken konnten und so der normalen Wachstumsprozess der Follikel wieder in Gang gesetzt werden konnte.

Erblicher Haarausfall ist die häufigste Ursache für Haarausfall bei Männern und Frauen. Bei rund 70 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen tritt der Haarausfall auf, weil die Haarfollikel beschädigt werden und / oder in die Ruhephase eintreten. Die klinischen Tests machen Hoffnung, dass es bald eine neue Therapie für den haarausfallgeplagten Menschen geben könnte.  Noch ist jedoch unklar, ob JAK -Inhibitoren tatsächlich das Zeug dazu haben – nebenwirkungsfrei – den Haarausfall langfristig zu stoppen.

Zwei der Mittel befinden sich gerade in klinischen Studien unter anderem für die Behandlung von alopecia areata.

Quelle: http://newsroom.cumc.columbia.edu/blog/2015/10/23/blocking-enzymes-in-hair-follicles-promotes-hair-growth/

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